Detailseite
FOR 5856: Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa
Fachliche Zuordnung
Geisteswissenschaften
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 543294515
Die Forschungsgruppe „Energien der Vernetzung“ begreift Energien als polyfunktionale Treibstoffe kultureller, politischer, sozialer und ökonomischer Entwicklungsdynamiken. Im Zentrum unseres Interesses stehen Aushandlungsprozesse um die Gewinnung, Zirkulation und Nutzung von Energien, mit denen sich tiefgreifende Transformationen von Umwelten, Lebensräumen und sozialen Strukturen verbinden. Die dabei auftretenden Herausforderungen wie auch die Ansätze zu deren Bewältigung untersuchen wir – unter komparativer Einbeziehung benachbarter Regionen – mit Blick auf das östliche Europa. Denn trotz der immensen Bedeutung Osteuropas als Produzent und Transferraum von Energie, aber auch als Ausgangspunkt und Schauplatz eskalierender Energiekonflikte spielt die Region in den Energy Humanities bis heute eine marginale Rolle. Die Forschungsgruppe greift diese virulenten Debatten auf, setzt jedoch neue Schwerpunkte, die sich aus drei miteinander verbundenen Leitfragen entwickeln. Erstens geht es uns um konkurrierende Narrative: Welche Begriffe, Topoi und Konzepte prägen Energiediskurse? Zweitens untersuchen wir Raumordnungen: Wie greifen die Gewinnung und Zirkulation von Energien und die (Um)Gestaltung von Ressourcenräumen ineinander? Drittens stehen Akteur*innen im Fokus: In welchen formellen und informellen Netzwerkstrukturen gestalten menschliche und nicht-menschliche Akteur*innen Energieumwelten? Diese komplexen Fragen lassen sich nur in einem interdisziplinären Kontext angemessen bearbeiten. In der Forschungsgruppe arbeiten deshalb Literatur- und Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft eng zusammen, um ein neues Forschungsparadigma der Energy Humanities East zu etablieren.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Internationaler Bezug
Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Türkei, Usbekistan
Projekte
- Biographische Spuren der Energie und politische Eliten in Russland und Kasachstan (Antragsteller Libman, Alexander )
- Die Erzeugung von Wasserkraft 'von unten' in der Ukraine seit 2014 als analytische Linse zur Untersuchung der Gesellschaft im Kriegskontext. (Antragstellerin Lambroschini, Sophie )
- Energieübergänge in eurasischen (Post-)Imperien: Russland und die Türkei in vergleichender Perspektive (Antragsteller Grigoriadis, Theocharis )
- Erneuerbare Energien im postsowjetischen Raum: vom spätsowjetischen Erbe zum Wegbereiter der Dezentrierung und neuer Verflechtungen (Antragsteller Beuerle, Benjamin )
- Kommunizierende Röhren. Pipelines als Medien der Vernetzung (Antragstellerin Strätling, Susanne )
- Koordinationsfonds (Antragstellerin Strätling, Susanne )
- Raumbildende Wasserenergien: Zwischen Sowjetmoderne, nation-building und globa-len Ökologien (Antragstellerin Frank, Susanne K. )
- Ressourcen der Zukunft. Energiequellen und Wissenschaftseliten in spät- und postsowjetischer Science-Fiction und populärwissenschaftlicher Publizistik (Antragsteller Schwartz, Matthias )
- Spannungsschwankungen. Energievulnerabilität und soziale Resilienz in Moldau (Antragsteller Kindler, Robert )
Sprecherin
Professorin Dr. Susanne Strätling
