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Spannungsschwankungen. Energievulnerabilität und soziale Resilienz in Moldau
Antragsteller
Professor Dr. Robert Kindler
Fachliche Zuordnung
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 543294515
Mit dem Ende der Sowjetunion verloren auch spezifische Kulturen der Energienutzung an Bedeutung, blieben gleichwohl als Referenzrahmen weiterhin von Bedeutung. „Spannungsschwankungen“ wurden nun zu einer Alltagserfahrung und machten die Vulnerabilität sozialer Ordnungen unmittelbar erfahrbar. Das geplante Projekt fragt deshalb mit einem besonderen Fokus auf die Republik Moldau in vergleichender Perspektive nach dem Zusammenhang von krisenbehafteter Energieversorgung (energy vulnerability) und Strategien der Adaption und Bewältigung (Resilienz). Das Vorhaben kreist dabei um drei Schwerpunkte: Neben der Alltagserfahrung der Energieunsicherheit geht es um infrastrukturelle Dimensionen des Versorgens und der Energiesicherheit sowie um die damit verbundenen sozialen und politischen Konflikte. Im Kontext der FOR „Energien der Vernetzung“ wird das Vorhaben drei Unterprojekte realisieren. Im Zentrum steht dabei erstens eine akteurszentrierte Gesellschafts- und Alltagsgeschichte der Energie in Moldau in den 1980er bis 2000er Jahren. Zweitens entwirft das Vorhaben vergleichende Perspektiven auf Erfahrungen der Energievulnerabilität und Resilienz in postsowjetischen urbanen Räumen und drittens schließlich steht die Schaffung eines publikationsorientierten kollaborativen Netzwerks zur postsowjetischen Energiegeschichte auf der Agenda. Mit diesem Arbeitsprogramm verfolgt das Vorhaben mehrere zentrale Ziele: Erstens öffnet der dezidiert akteurszentrierte Zugang des Vorhabens neue Perspektiven auf die postsowjetische Energiegeschichte und stellt Handlungslogiken und Wahrnehmungen konkreter Akteur:innen und Akteursgruppen ins Zentrum der Analyse. Zweitens fragt das Projekt nach dem Zusammenhang von Energiearmut und Ordnungserwartungen. Drittens trägt der Fokus des Projekts auf Moldau substanziell zur regionalen Verankerung osteuropabezogener Energy Humanities bei, die von entscheidender Bedeutung für die FOR ist. Viertens: Eng mit den anderen Projektzielen verknüpft besteht ein konzeptionelles Ziel des Projektes darin, theoretische Ansätz wie energy poverty und energy vulnerability für sozial- und kulturhistorische Fragestellungen fruchtbar zu machen. Fünftens schließlich werden zentrale Einsichten des Vorhabens in vergleichender Perspektive betrachtet. Die am Beispiel Moldau gewonnenen empirischen Befunde sollen zur Situation in anderen postsowjetischen Gesellschaften (Kasachstan und Georgien) ins Verhältnis gesetzt werden. Konkret wird der Umgang mit Phänomenen der Energievulnerabilität in urbanen Kontexten untersucht. Damit versteht sich das beantragte Vorhaben als Beitrag zur Diskussion um gesellschaftliche Kohäsion und Erwartungen an die Leistungsfähigkeit staatlicher Akteure und Institutionen in Zeiten gravierender Wandlungsprozesse (institutional trust).
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Internationaler Bezug
Moldau
Kooperationspartner
Dr. Igor Casu
