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Diagnosebasierte, differenzierte Leseförderung für Schülerinnen und Schüler an deutschen weiterführenden Schulen

Antragstellerin Dr. Mareike Ehlert
Fachliche Zuordnung Allgemeines und fachbezogenes Lehren und Lernen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 571428572
 
Lesen ist eine Schlüsselkompetenz, die den schulischen Erfolg, die gesellschaftliche Teilhabe und die beruflichen Chancen maßgeblich beeinflusst (Wijekumar et al., 2020). Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass 25% der Schüler:innen in Deutschland am Ende der Grundschule über unzureichende Lesekompetenzen verfügen (McElvany et al., 2023). Diese Schwierigkeiten setzen sich in der Sekundarstufe fort und betreffen besonders häufig Schüler:innen an Haupt- und Realschulen (Blossfeld et al., 2016). Gleichzeitig nimmt auch die Lesemotivation vieler Jugendlicher im Verlauf der Schulzeit deutlich ab (Reiss et al., 2019). Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, bedarf es systematischer Leseförderkonzepte, die gezielt auf die individuellen Lernausgangslagen der Schüler:innen eingehen und Lehrkräfte in der Umsetzung unterstützen. Das erste Ziel des Vorhabens ist es, die Wirksamkeit des diagnosebasierten, differenzierten Leseförderkonzepts di2lesen (Ehlert et al., 2024; Hebbecker et al., 2020) an Haupt- und Realschulen zu überprüfen. Das Programm kombiniert (1) eine digitale Lernverlaufsdiagnostik, (2) differenzierte Lesefördermaterialien und (3) ein begleitendes Fortbildungsangebot für Lehrkräfte. Während die Wirksamkeit dieses Konzepts bereits im Primarbereich untersucht wurde, liegen bislang keine Erkenntnisse für die Sekundarstufe I vor. Im Rahmen eines randomisierten Kontrollgruppen-Designs soll daher untersucht werden, ob di2lesen die Leseflüssigkeit, das Textverständnis und die Lesemotivation von Fünftklässler:innen an Haupt- und Realschulen im Vergleich zu einer Wartekontrollgruppe signifikant verbessert. Ein zweites Ziel des Vorhabens besteht darin, die Unterrichtsqualität (Klieme et al., 2009) als möglichen Wirkmechanismus zu untersuchen, durch den Leseinterventionen wie di2lesen zu verbesserten Leseleistungen führen können. Bisherige Korrelationsstudien zeigen, dass Unterrichtsqualität signifikant mit den Leseleistungen von Schüler:innen zusammenhängt (Hu & Wang, 2022). Trotz dieser Erkenntnisse wurde die Forschung zur Unterrichtsqualität selten im Kontext strukturierter Interventionen untersucht. Daher soll als zweites Ziel überprüft werden, ob durch die Teilnahme an di2lesen eine Verbesserung der Unterrichtsqualität erzielt werden kann und inwiefern diese gesteigerte Unterrichtsqualität wiederum positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Leseleistungen hat.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Mitverantwortlich Professor Dr. Elmar Souvignier
 
 

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