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Energie- und Performance-Modellierung des neuromorphen Großrechners SpiNNcloud Teilprojekt SP6 der Forschungsgruppe "Holistic Energy and Performance Modeling for Sustainable Computing (Mod4Comp)"

Fachliche Zuordnung Rechnerarchitektur, eingebettete und massiv parallele Systeme
Hardwaresysteme und -architekturen für die Informationstechnik und die Künstliche Intelligenz, Quantentechnische Systeme
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545776403
 
Der stark steigende Rechenbedarf in der Künstlichen Intelligenz (KI) ist ungebrochen, besonders im Bereich Deep Learning. Dies führt zu einem stetig steigenden Energiebedarf. Fortschritte in der Technologieentwicklung allein können diesen Anstieg nicht kompensieren. Neuartige Computer-Architekturen und Verarbeitungsalgorithmen, wie sie im Bereich neuromorpher Hardware entwickelt werden, versprechen hier deutlich energieeffizientere KI-Lösungen. Diese Systeme waren bislang meist in ihrer Größe beschränkt, und für die wenigen großskaligen Systeme gibt es keine systematische Charakterisierung ihrer Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz. Dieses Teilprojekt der Forschungsgruppe Mod4Comp widmet sich der ganzheitlichen Energie- und Performance-Modellierung des neuromorphen Großrechners SpiNNcloud, einem System aus 5 Millionen ARM-Prozessoren, die mit einem dem menschlichen Gehirn angelehnten schlanken und niedriglatenten Kommunikationsnetzwerk verbunden sind. Aufbauend auf detaillierten Leistungsmessungen werden Energie- und Performance-Modelle für das SpiNNcloud-System auf Chip-, Board- und Gesamtsystem-Ebene entwickelt. Diese werden in die in Mod4Comp entwickelte ganzheitliche Modellierungs-Umgebung eingebettet. In engem Austausch mit den Projektpartnern der Forschungsgruppe werden Proxy-Apps entwickelt, die wesentliche Eigenschaften von Applikationen nachbilden und als skalierbare Benchmarks der Charakterisierung der SpiNNcloud hinsichtlich Energie und Performance dienen. Modelle für die Kommunikation werden mit zugeschnittenen Simulationen weiterentwickelt. Das Teilprojekt widmet sich pulsenden neuronalen Netzen als Hauptanwendung und validiert in der Folge die entwickelten Modelle mittels großskaliger Gehirnsimulation. Im zweiten Teil des Teilprojektes werden die Energie- und Performance-Modelle für die Entwicklung und Umsetzung energieoptimierter Verteilungs- und Abbildungsstrategien für großskalige Simulationsmodelle auf der SpiNNcloud verwendet. Dadurch kann die Verlustleistung zum Betrieb der SpiNNcloud auf Systemebene gesenkt werden. Die Modelle werden darüberhinaus für die Untersuchung neuartiger Systemarchitekturen, u.a. unter Einbeziehung von Near-Memory-Rechenverfahren, herangezogen. Mit den Arbeiten in diesem Teilprojekt wird zum ersten Mal ein großskaliges, neuro-inspiriertes Rechensystem einer systematischen Energie- und Performance-Analyse unterzogen. Die Integration in die Modellierungs-Umgebung der Forschungsgruppe Mod4Comp ermöglicht einen direkten und aussagekräftigen Vergleich der SpiNNcloud-Architektur mit etablierten HPC-Rechenarchitekturen. Daraus werden wichtige Erkenntnisse bei der Entwicklung neuartiger Rechenarchitekturen entstehen.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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