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FOR 5880:  Ganzheitliche Energie- und Leistungsmodellierung für nachhaltiges Rechnen (Mod4Comp)

Fachliche Zuordnung Informatik, System- und Elektrotechnik
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545776403
 
Der exponentiell wachsende weltweite IKT-Energieverbrauch trägt nicht unerheblich zum globalen Klimawandel bei. Rechenzentren, mobile Geräte, der KI-Boom und auch das autonome Fahren tragen dazu ihren Teil bei und verlangen eine Verringerung des Stromverbrauchs von Computern im globalen Maßstab. Ziel der Forschungsgruppe "Ganzheitliche Modellierung von Energie und Performanz für nachhaltiges Rechnen (Mod4Comp)" ist die Bereitstellung von Modellen zur Vorhersage der benötigten Rechenzeit und des Energiebedarfs in Rechensystemen mit dem Ziel, den Energie-gewahren Entwurf von Algorithmen und auch neuen Rechnerarchitekturen zu unterstützen. Eine ganzheitliche Betrachtung der Energie- und Performanzsaspekte erfordert genaue Kenntnisse über die Interaktion der Hard- und Software, aufgeschlüsselt bis zu den elementaren Bestandteilen der Architektur: Prozessoren, Caches, Speicher, Datenpfade und Kommunikationsnetze. Eine solche Betrachtung mit einer passenden Modellierung zur Vorhersage von Laufzeit und Energieverhalten fehlt bisher. Ganzheitlich bedeutet auch, dass die Modellbildung nicht isoliert von den Anwendungen passieren darf und eine Verifikation der gefundenen Modelle durch Messung an der Hardware realer Architekturen erfolgen muss. Um dies zu erreichen, verfolgt die Forschungsgruppe folgende Vorgehensweise: (i) Repräsentative Leistungs- und Energiemodelle: Für ausgewählte Anwendungen, die eine Vielfalt von Klassen von realen Rechenlasten repräsentieren, werden quantitative Performanz- und Energiemodelle für eine Reihe von relevanten Architekturen erstellt. Zu den Architekturen gehören klassische HPC-Rechner mit CPUs und GPUs, künftige eingebettete HPC- sowie neue neuromorphe Architekturen. (ii) Validierung der Modelle durch fortgeschrittene Simulation und Messung: Um genaue quantitative Vorhersagen zu treffen, werden neuartige Simulationsansätze entwickelt und angewandt. Diese integrieren die zu entwickelnden Performanz- und Energiemodelle und anspruchsvolle physikalischen Messungen, was der Parameteranpassung und der Validierung zuverlässiger Modelle dient. (iii) Ganzheitlicher Modellierungsrahmen: Die Performanz- und Energiemodelle werden in ein von Chip-, Knoten- bis zur Netzwerkebene reichendes und passende Schnittstellen berücksichtigendes Framework implementiert. Das erlaubt flexibel die Erstellung ganzheitlicher Modelle aus austauschbaren Komponenten. Um ein breites Spektrum von Anwendungsfällen abzudecken, kombiniert das Framework mehrere Techniken wie analytische Modelle, Gray-Box-Modelle und Simulation auf allen Ebenen der Hardware-Architektur. Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten in Mod4Comp Experten aus den Gebieten der Rechnerarchitektur, Elektrotechnik, Neuroinformatik, und Parallel-Algorithmen von der FAU Erlangen-Nürnberg, der TU Dresden und des Forschungszentrums Jülich eng zusammen.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen

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