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MOdellierung und Simulation von In-Memory Computing auf Chip- und Knotenebene (MOSIC)

Fachliche Zuordnung Rechnerarchitektur, eingebettete und massiv parallele Systeme
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545776403
 
Das Projekt MOSIC befasst sich mit der Modellierung auf Chip- und Knotenebene innerhalb der Forschungsgruppe MOD4COMP, die an einem neuen ganzheitlichen Ansatz zur Vorhersage von Energie und Leistung in Rechensystemen mittels Modellierung arbeitet, die von der Chip- über die Knoten- bis zur Netzwerkebene reicht. Ziel von MOSIC ist es, den Einsatz neuer nichtflüchtiger Speichertechnologien (NVM), z.B. ReRAMs und ferroelektrische Bauelemente, die eine spürbare Verringerung des Energiebedarfs auf Chip- und Knotenebene ermöglichen, durch Modelle abzubilden. Die Energiereduzierung soll durch zwei Architekturmaßnahmen erreicht werden: (i) Neue Speicher-nah ausgeführte In-Memory Computing (IMC)-Befehle, um energieintensiven Datentransport vom Speicher zum Prozessor durch energiesparende Befehle abzulösen. (ii) Die Verwendung sogenannter hybrider Speicher, die konventionelle Speicher (DRAM oder SRAM) mit NVM als Backup koppeln. Dies erlaubt temporäres, energiesparendes Abschalten des Prozessors und energetisch günstiges Auslesen der Daten. Diese qualitativen Vorteile müssen entlang der gesamten Speicherhierarchie, von den Registern über die Cache-Ebenen bis zum Hauptspeicher, quantitativ bewertet werden. Außerdem muss geprüft werden, welche Operationen an welcher Stelle der Speicherhierarchie für einen IMC-Befehl geeignet sind. Hierfür werden passende Modelle für NVMs benötigt, die IMC und hybride Speicher geeignet erfassen. Solche Modelle gibt es noch nicht, da aktuelle Modelle für NVMs zu physikalisch orientiert und für Untersuchungen auf Systemebene aufgrund zu hoher Simulationszeiten ungeeignet sind, oder sie abstrahieren zu sehr und modellieren nur funktionale, aber keine nicht-funktionalen Eigenschaften, wie Rechenzeit, Zugriffszeit und Energiebedarf. In MOSIC werden neue Architekturmodelle, die Laufzeit- und Energieanforderungen für IMC-Operationen und Zugriffe auf hybride Speicher beinhalten, durch Simulation aus erweiterten physikalischen Modellen extrahiert. Diese Architekturmodelle werden in Prozessorsimulatoren integriert, um den Einsatz von NVMs auf Chip- und Knotenebene im Sinne eines energiesparenden nachhaltigen Rechnens beim Entwurf von Algorithmen und Architekturen nachzuweisen und zu unterstützen. Damit der Nachweis gelingt, wird in MOSIC ein neuer Zyklen-approximierender Prozessorsimulator auf Knotenebene entworfen, der analytische Modelle aus SP2 und SP3 und in MOSIC zu entwickelnde maschinelle Lernverfahren zur Energie- und Laufzeitvorhersage nutzt. Mit Hilfe der Messmethoden aus SP5 und SP6 werden die Modelle und der neue Simulator auf realer Hardware verifiziert. Unter Verwendung der Architekturmodelle und Simulatoren auf höheren Ebenen aus anderen SPs können ganzheitliche Bewertungen mit anderen Teilprojekten in Bezug auf nachhaltiges Rechnen für Gehrinsimulationen (SP4), eingebettetes HPC für die Videoverarbeitung (SP7), z.B. im autonomen Fahren, und neuromorphen Hardware-Architekturen (SP6).
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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