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Modellierung von Rechenleistung und Energieeffizienz für Simulationen gepulster neuronaler Netzwerke für konventionelle Rechnerarchitekturen und Beschleuniger

Antragstellerin Dr. Susanne Kunkel
Fachliche Zuordnung Rechnerarchitektur, eingebettete und massiv parallele Systeme
Softwaretechnik und Programmiersprachen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545776403
 
Dieses Projekt in der Forschungsgruppe Mod4Comp entwickelt Performance-Modelle der Simulationstechnologie für spikende (gepulste) neuronale Netzwerke auf konventionellen Rechnerarchitekturen mit den Schwerpunkten Many-Core Systeme und Energieeffizienz. In den letzten Jahren hat das Gebiet eine Trennung zwischen generischen Simulations-Codes und konkreten Modellen neuronaler Netzwerke erreicht: Viele Modelle können mit der gleichen Simulations-Maschine simuliert werden. Dies ermöglicht Betrieb und Wartung eines solchen generischen Codes als Infrastruktur. NEST ist das führende Werkzeug für spikende Netze mit der Auflösung von Neuronen und Synapsen. Es ist für die Untersuchung von Netzen in ihrer natürlichen Größe bis hin zu Milliarden von Neuronen ausgelegt, wobei die größten verfügbaren Supercomputer verwendet werden können. Zudem ist NEST die Referenz für neuromorphe Systeme geworden, und Modelle, die zuerst in NEST implementiert wurden, sind nun de-facto Standards für das Benchmarking. Die Dynamik von spikenden Netzen ist durch unregelmäßige spärliche Aktivität auf einem spärlichen Graphen gekennzeichnet. Dies stellt eine Herausforderung für die Speicherbandbreite und die Cache-Effizienz von Prozessoren dar, insbesondere aufgrund des Speicherverbrauchs Tausender eingehender Synapsen pro Neuron. NEST wurde im Laufe der Jahre schrittweise optimiert und vorläufige Daten zeigen, dass noch erhebliches Potenzial für eine Verringerung der Speicherlatenz und eine feinkörnige Parallelisierung vorhanden ist. Die jüngsten Optimierungsanstrengungen zielen auch auf GPUs ab und untersuchen das Potenzial massiv verteilten Speichers auf Graphcore's IPUs. Generell hängt weiterer Fortschritt jedoch von der Verfügbarkeit detaillierter Performance-Modelle ab. Diese werden in der nachfolgenden zweiten Phase des Projekts die Optimierung hinsichtlich time-to-solution und energy-to-solution leiten. Darüber hinaus werden sie Vorhersagen für künftige Systeme einschließlich neuromorpher Beschleuniger ermöglichen. Ein erstes Ziel ist es, den Simulationszyklus in Phasen zu unterteilen und den Fluss von Spikes in modernem Code durch ein Modell zu erfassen. Parallel dazu wird eine Sammlung von tatsächlich in der Neurowissenschaft eingesetzten Netzwerk-Modellen erstellt, die den Anwendungsbereich des Codes abdeckt. Das Projekt wird zusammen mit anderen Projekten zu einer Bibliothek von Proxy-Apps beitragen, die kritische Abschnitte des Codes herausstellen, während die Performance- und Energie-Modellierung in Zusammenarbeit mit anderen Projekten durchgeführt wird. Die Ergebnisse liefern Rückmeldungen für alle Ebenen der Mehrschichtmodellierung. Daten zur Performance fließen in Überlegungen zu Speicherarchitekturen von SP1 ein. Schließlich werden wir mit anderen Projekten zusammenarbeiten, um die Simulationsgeschwindigkeit und den Energieverbrauch eines Netzes, das die vollständige SpiNNaker2-Installation nutzt, mit früheren Ergebnissen und heutigen Supercomputern in Beziehung zu setzen.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Mitverantwortlich Professor Dr. Markus Diesmann
 
 

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