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Wirtschaftsimperium: Peripheralisierung entlang chinesisch geführter grüner Wertschöpfungsketten

Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 550231771
 
Die Entstehung von Imperien ging oft mit dem Aufkommen neuer Industrien und Technologien im imperialen Zentrum und deren Expansion ins Ausland einher. In diesem Projekt steht das Bestreben Chinas im Mittelpunkt, durch die Etablierung von Zentralität in den Wertschöpfungsketten für Photovoltaik (PV) und Elektrofahrzeuge (EV) sowie der damit verbundenen Batterietechnologie eine Vorrangstellung in Schlüsselindustrien der Energiewende zu erlangen. Aufgrund westlicher Restriktionen, wie beispielsweise Zöllen, haben sich "grüne" chinesische Unternehmen seit Ende der 2010er Jahre neu ausgerichtet - insbesondere in Richtung Südostasien (SEA). In diesem Zusammenhang untersuchen wir, erstens, die Lernfähigkeiten Chinas. Dabei fragen wir, wie die parteistaatlichen Entscheidungsträger ihre Politiken anpassen, um die Vorherrschaft in grünen Industrien zu erlangen und zu festigen und gleichzeitig eine effektive Abstimmung zwischen Staat und Wirtschaft sicherzustellen. Um die Praktiken chinesischer "state-business coalitions" besser zu verstehen, untersuchen wir, zweitens, zwei kausale Mechanismen, die für die Festigung dieser Dominanz von entscheidender Bedeutung sind: die Etablierung von Zentralität in transnationalen Wertschöpfungsketten sowie die Schaffung von Intermediären im Ausland, entlang dieser Wertschöpfungsketten. Mit Blick auf die Ergebnisanalyse imperialer Praktiken interessiert uns drittens, ob es China gelingt, ein grünes Wirtschaftsimperium zu konsolidieren und somit seine Autonomie zu stärken sowie Akteure aus Südostasien zu peripheralisieren. Mithilfe von Prozessanalysen identifizieren wir Veränderungen im Zeitraum von 2010 bis 2030. Wir gehen davon aus, dass chinesische "state-business coalitions" in der Tat eine zentrale Position in den Wertschöpfungsketten für PV und EV einnehmen. Um dies zu überprüfen, sammeln wir Daten über die Rolle führender chinesischer Unternehmen, den Grad der Unterstützung ihrer Aktivitäten durch staatliche Akteure sowie die Integration von SEA-Unternehmen als untergeordnete Komponenten in Wertschöpfungsketten. Um die Rolle imperialer Intermediäre zu verstehen, werden die Interaktionen chinesischer Unternehmen und politischer Entscheidungsträger mit ihren Pendants in Malaysia und Thailand verglichen, insbesondere in Sonderwirtschaftszonen und im Rahmen von "Partnerschaften für die Energiewende". Wir nehmen an, dass die Wandlung von regierungsnahen SEA-Unternehmen, lokalen Eliten und politischen Entscheidungsträgern zu loyalen Vermittlern zu einer Peripheralisierung entlang dieser Wertschöpfungsketten führt. Dies trägt dazu bei, die Autorität Chinas im Ausland zu stärken - möglicherweise über die untersuchten Bereiche hinaus. Um die Bedeutung lokaler Intermediäre sowie den Grad und die Art ihrer Ausrichtung auf China weiter zu bewerten, erstellen wir zudem ein "Intermediary Events Dataset". Dieses erfasst Foren für den Austausch zwischen China und Südostasien sowie die wichtigsten beteiligten Akteure.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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