Detailseite
(ICDP-Eifel): Die Magmaschichten der unteren Erdkruste unter dem Laacher See und dem Neuwieder Becken: Kartierung und seismische Charakterisierung (MagmaSill)
Antragsteller
Professor Dr. Torsten Dahm
Fachliche Zuordnung
Physik des Erdkörpers
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 578850921
Von 2022 bis 2023 haben wir ein gemeinschaftliches Großexperiment in den Vulkanfeldern der Eifel initiiert und koordiniert, bei dem über 500 seismische Stationen eingesetzt wurden. Die erste Analyse dieses einzigartigen Datensatzes ergab eine Reihe bemerkenswerter Ergebnisse, darunter das erste hochauflösende Bild der Lage, Größe und Tiefe des oberen Krustenreservoirs des Laacher See-Vulkans (LSV), der vor nur 13.000 Jahren eine Eruption mit dem Volcanic Explosivity Index (VEI) 6 verursachte. Erste Ergebnisse zeigen die Aufwölbung der Kruste-Mantel Grenze (Moho) um 5 Kilometer und der Lithosphären-Asthenosphären-Grenze (LAB) um 25 Kilometer mit hoher Auflösung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Kanal tiefer, vulkanischer, niederfrequenter (Deep Low Frequency, DLF) Erdbeben unter dem LSV die aufgewölbten Schichten an ihren höchsten Punkten kreuzt. Eine vorläufige Analyse der Seismogramme von Krustenbeben ergab zudem starke lokale S-zu-P-Reflexionen in der unteren Kruste unter dem LSV. Aufgrund ihrer Ausdehnung und Beschaffenheit deuten diese Reflexionen auf das Vorhandensein mindestens eines großen horizontalen Magma-Sill-Reservoirs in einer Tiefe von 25 km in der unteren Kruste unter dem neuwieder becken hin, wo sich Schmelzen ansammeln. Kleinere Sill-Reservoire sind in geringeren Tiefen von 20 und 15 Kilometern zu erkennen. Diese Reservoire könnten gelegentlich die phonolithische Magmakammer des LSV in der oberen Kruste speisen und dessen thermischen Zustand vor dem letzten Ausbruch über Zehntausende von Jahren aufrechterhalten haben. Das 12-monatige Postdoktorandenprojekt zielt darauf ab, bessere Kartierungs-, Charakterisierungs- und Überwachungsansätze für die Sills zu entwickeln, die den LSV-Vulkan speisen. Diese Informationen werden für die Planung der flachen und tiefen Bohrlöcher des ICDP Eifel Antrags von entscheidender Bedeutung sein.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug
USA
Kooperationspartnerin
Professorin Dr. Susan Bilek
