Detailseite
Projekt Druckansicht

Rekonstruktion des Klimas und der Monsunvariabilität in Ostasien anhand von Sedimenten des Nam Co Sees, Tibetisches Plateau

Fachliche Zuordnung Geologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579579279
 
Das Tibetische Plateau wird aufgrund seiner Gletscher auch als „dritter Pol“ der Erde bezeichnet und hat einen maßgeblichen Einfluss auf regionale und globale Klimadynamiken. Die abgelegene Region mit ihren Gletschern, Flüssen und einzigartigen Ökosystemen beherbergt eine Vielzahl endemische Arten und ist Quelle einer zahlreicher Flusssystemen, die Hunderte Millionen Menschen in Asien mit Trinkwasser versorgen. Trotz seiner herausrangender Besdeutung ist bislang nur wenig über die klimatische Entwicklung des Tibetischen Plateaus und dessen aquatische als auch terrestrische Ökosysteme bekannt. Bisherige Paläoklimaaufzeichnungen vom Tibetischen Plateau decken meist nur kurze Zeiträume ab oder sind stark fragmentiert. Große Süßwasserseen der Region stellen einzigartige natürliche Archive für Klima- und Umweltveränderungen dar. Der hier zu untersuchende Nam Co-See liegt an der Schnittstelle zwischen der asiatischen Monsunzone und der Westwindzone. Dadurch eignene sich seine lakustrinen Sedimente ideal als „Zeitkapsel” für Untersuchungen des vergangenen Klimas, hydrologischer Veränderungenen und der Ökosystemdynamiken auf dem Tibetischen Plateau. Im Jahr 2024 wurden im Rahmen des ICDP NamCore-Projekts eine mehr als 1.100 m mächtige Sedimentsequenz aus dem Nam Co-See erbohrt, die einen Zeitraum von mehr als 600.000 Jahren abdeckt. Die gewonnenen Kerne versprechen einzigartige Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Klima, hydrologischen Kreisläufen und Ökosystemdynamiken auf glazialen-interglazialen Zeitskalen. Darüber hinaus soll das Projekt wesentlich dazu beitragen, die Variabilität des asiatischen Monsuns in Beziehung zu regionalen und globalen Klimamustern zu setzen. Unser Projekt wird die Sedimente des Nam Co-Sees mithilfe eines Multi-Proxy-Ansatzes untersuchen, der organisch-geochemische, isotopische und biomarkerbasierte Analysen kombiniert. Ziel ist es, vergangene Temperatur- und Niederschlagsschwankungen sowie deren Einfluss auf Vegetationsdynamiken des Tibetischen Plateau zu rekonstruieren. Mit diesem Ansatz werden erstmals hochauflösende, quantitative Informationen über klimatische und hydrologische Veränderungen infolge orbitaler Variationen gewonnen, Wechselwirkungen zwischen der Monsun- und der Westwindenzone analysiert sowie langfristige Temperaturtrends sowie kurzfristige Klimaererignisse identifiziert. Unser Projekt leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, wie alpine Ökosysteme auf klimainduzierten Stress reagieren. Es schafft eine Grundlage, um die Auswirkungen zukünftiger Erwärmung auf den asiatischen Monsun, die Gletscheraktivität und die Vegetationsdynamiken in einem äußerst sensiblen und anfälligen System besser zu verstehen und vorherzusagen.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung