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Typ­spezifische Rolle der Virus-SUMO-Interaktion während der Adenovirus-Infektion in der Regulation von Immunproteasomen und Interferon-Antwort

Fachliche Zuordnung Virologie
Biochemie
Zellbiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 548065690
 
Humane Adenoviren (HAdV) sind unbehüllte DNA-Viren, die Erkrankungen von milden Infektionen bis zu schweren, teils tödlichen Verläufen bei immungeschwächten Personen verursachen können. Trotz ihrer Bedeutung und Nutzung als Gen- und Impfvektoren sind zentrale Mechanismen der Virus-Wirt-Interaktion weitgehend ungeklärt. Bisherige Erkenntnisse beruhen überwiegend auf HAdV-C5, wodurch wesentliche artspezifische Unterschiede in Genomstruktur, Replikation und Immunmodulation unzureichend verstanden bleiben - ein zentrales Hindernis für die Entwicklung sicherer und effizienter Vektoren. Während der produktiven Infektion exprimieren HAdV frühe virale Gene, die mit nukleären Promyelozyten-Leukämie-Protein-Nuklearkörpern (PML-NBs) kolokalisieren, um zentrale Wirtsregulatoren, die häufig mit posttranslationalen Modifikationen wie SUMOylierung assoziiert sind, zu verdrängen oder abzubauen. PML-NBs können dabei virale Genexpression sowohl fördern als auch hemmen. Ihre Integrität wird während einer HAdV-C5-Infektion gestört, wobei sich sogenannte PML-Tracks im Wirtszellkern bilden, die virale Genexpression, Replikation und Virusproduktion begünstigen. Die typspezifischen Mechanismen der PML-NB-Modulation und deren Einfluss auf die Biogenese von Immunproteasomen (iP) und Interferon-(IFN)-Antworten infolge veränderter SUMOylierung sind bisher weitgehend unbekannt. Das beantragte Projekt zielt darauf ab, diese Wissenslücken insbesondere für die bislang vernachlässigten nicht-C5-Typen zu schließen, die sowohl für natürliche Infektionen als auch für Vektoranwendungen relevant sind. Im Einzelnen sollen (i) der Einfluss von PML-NB-Dynamik und SUMO-Konjugation auf die Immunerkennung und -antwort systematisch untersucht, (ii) die Auswirkungen auf die Biogenese und Funktion zentraler iP-Komponenten (LMP3/7, MECL1, PA28γ) analysiert und (iii) die Regulation der für iP-Bildung essenziellen Transkriptionsfaktors PU.1 über den E1A-p300-PML-Komplex aufgeklärt werden. Durch die Aufklärung des typspezifischen Zusammenspiels zwischen viralen Faktoren, SUMO-Modifikation und Wirtsimmunantwort wird das Vorhaben neue Erkenntnisse zu den molekularen Strategien der Immunmodulation durch Adenoviren liefern. Diese Erkenntnisse sind von hoher Relevanz sowohl für das Verständnis der HAdV-Pathogenese als auch für die rationale Entwicklung sicherer, präziser und klinisch besser steuerbarer Adenovirus-Vektoren. Langfristig wird das Projekt damit Grundlagen für neue antivirale und immunmodulatorische Strategien schaffen, die die Brücke zwischen molekularer Virologie und translationaler Medizin schlagen.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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