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Wahrheitsbedingungen metafiktionaler Behauptungen

Antragsteller Dr. Christian Plunze
Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung von 2008 bis 2011
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 88717274
 
Zumindest auf den ersten Blick sieht es so aus, als könne man mit Sätzen wie (1) ‚Sherlock Holmes ist Detektiv’ oder (2) ‚Sherlock Holmes ist berühmter als Georg Bush’ etwas Wahres sagen. Wie ist das möglich, wenn Sherlock Holmes nicht existiert? Die Annahme, Satz (1) sei elliptisch für ‚In einer bestimmten fiktiven Geschichte steht, dass Sherlock Holmes Detektiv ist’ könnte zwar die Wahrheit von (1) erklären, ohne dass man gezwungen wäre anzunehmen, Sherlock Holmes existiere. Dies funktioniert aber nicht für (2): In keinem von Doyles Romanen steht, dass Sherlock Holmes berühmter ist als George Bush. Einige Autoren haben daraus geschlossen, dass die erwähnten Sätze, entgegen dem ersten Anschein, falsch sind. Andere haben angenommen, dass man die Wahrheit dieser Sätze nur dann erklären kann, wenn man annimmt, der Name ‚Sherlock Holmes’ bezeichne einen nicht-existierenden Gegenstand. Im Projekt soll eine andere Strategie eingeschlagen werden, die Wahrheit von (1) und (2) zu erklären: (1) und (2) sind, wie viele andere Aussagen über fiktionale Werke, wahr, weil der Sprecher etwas anderes meint als das, was der von ihm geäußerte Satz bedeutet und weil das von ihm Gemeinte wahr ist.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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