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Wahrheitsbedingungen metafiktionaler Behauptungen

Subject Area General and Comparative Linguistics, Experimental Linguistics, Typology, Non-European Languages
Term from 2008 to 2011
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 88717274
 
Final Report Year 2012

Final Report Abstract

Behauptet man mit der Äußerung von Sätzen, in denen fiktive Figuren erwähnt werden, etwas Wahres? Und sind Sätze wie „Sherlock Holmes ist ein Detektiv“ oder „Sherlock Holmes ist berühmt“ wahr? Die gegenteilige Annahme scheint nicht recht überzeugend zu sein, aber es ist schwierig, die Wahrheit metafiktional gebrauchter Sätze zu erklären, ohne zu wenig plausiblen Annahmen zu greifen, wie etwa die, es gäbe fiktive Gegenstände, auf die sich ein Sprecher, der metafiktional spricht, bezieht. Einigen Autoren zufolge lässt sich das, was etwa mit einer Äußerung von „Holmes ist ein Detektiv“ behauptet wird, durch „Einer bestimmten fiktiven Geschichte G zufolge ist Holmes ein Detektiv“ paraphrasieren. Eine Schwierigkeit dieser Auffassung ist, dass oft unklar bleibt, welchen Wahrheitswert der geäußerte Satz aus welchen Gründen hat; eine andere, die, dass sich die (wirkliche oder scheinbare) Wahrheit metafiktional gebrauchter Sätze nicht immer durch Bezug auf den Fiktionalitätsmarker „der fiktiven Geschichte G zufolge“ erklären lässt. Eine ähnliche Paraphrasenstrategie verbietet sich zum Beispiel für eine Äußerung von „Holmes ist berühmt“, denn den einschlägigen fiktiven Geschichten zufolge ist gerade das Gegenteil der Fall. Im Projekt wird versucht, diese und andere Schwierigkeiten eines Ansatzes, der sowohl davon ausgeht, dass es keine fiktive Gegenstände gibt als auch annimmt, dass manch metafiktional gebrauchten Sätze wahr sind, zu lösen. Zentral ist hierbei eine neue Charakterisierung des Behauptungsinhalts metafiktionaler Äußerungen, die es erlaubt, alle metafiktional gebrauchten Sätze zu paraphrasieren. Der hinter dem eingeführten neuen Fiktionalitätsmarker stehende Grundgedanke ist, dass die in einer fiktiven stehenden Sätze die Wahrmacher oder einer der Wahrmacher einschlägiger metafiktionaler Äußerungen sind.

 
 

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