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FOR 5919: Maschinelles Lernen für komplexe Quantenzustände
Fachliche Zuordnung
Physik
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 550495627
Moderne Quantensimulatoren ermöglichen die Untersuchung komplexer Quantenzustände in bisher unerreichter Detailtiefe. Zusammen mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung numerischer Methoden haben diese bahnbrechenden Experimente es ermöglicht, seit langem bestehende Probleme anzugehen und neue Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik zu entdecken. Ein besonders vielversprechender Aspekt modernster experimenteller und rechnergestützter Methoden ist der direkte Zugang zu charakteristischen Besonderheiten der Vielteilchen-Quantenmechanik, nämlich (i) die hochdimensionale Darstellung von Quanteninformation in Form klassischer Daten, (ii) die unvermeidliche Rückkopplung, die den Quantenzustand bei Messungen beeinflusst, und (iii) die Entstehung von Verschränkung in quantendynamischen Prozessen. Diese beeindruckenden Fortschritte führen gleichzeitig zu neuen Herausforderungen. Beispielsweise lösen Messungen von Quantensimulatoren die Fluktuationen einzelner Freiheitsgrade auf. Es ist eine offene Frage, wie die enthaltenen Informationen über Korrelationen höherer Ordnung optimal für physikalische Erkenntnisse genutzt werden können. Darüber hinaus erfordern die präzisen Kontrollmöglichkeiten – insbesondere das neue Paradigma der quantenklassischen Rückkopplung – schwer zu findende Steuerungsstrategien. Viele dieser Herausforderungen passen zu den bewährten Stärken des maschinelles Lernens (ML) in der Mustererkennung, Dimensionsreduktion und Strategiefindung. Das zentrale Ziel dieser Forschungsgruppe (FOR) ist es, die Grundlagenforschung komplexer Quantensysteme sowohl in Theorie als auch Experiment durch einen kollaborativen und interdisziplinären Ansatz an der Schnittstelle von Quantenphysik und ML voranzutreiben. Konkret zielt die Initiative darauf ab, neue Wege zur Untersuchung von Verschränkungsstrukturen und nichtlokaler Ordnung für die Charakterisierung komplexer Quantenzustände zu finden. Weitere Forschungsfragen zielen auf Informationsausbreitung und Äquilibrierung in komplexer Quantendynamik, sowie die kontrollierte Erzeugung von Verschränkung. Um den State of the Art voranzutreiben, ist es das Ziel der Forschungsgruppe, neuartige, auf maschinellem Lernen basierende Lösungen an verschiedenen Fronten zu entwickeln, darunter Auslese- und Datenverarbeitungsstrategien für Quantensimulatoren, neue rechnergestützte Methoden für Nichtgleichgewichtsdynamik basierend auf Neuronale-Netze-Wellenfunktionen und alternative Frameworks für quanteninteraktive Dynamik basierend auf Reinforcement Learning. Durch die Behandlung verschiedener physikalischer Probleme soll aufgezeigt werden, wo ML als zentraler Baustein den Unterschied für wissenschaftlichen Fortschritt machen kann. Die FOR wird die Community an der Schnittstelle von ML und Quantenphysik nachhaltig beeinflussen, indem sie regelmäßige wissenschaftliche Veranstaltungen organisiert, ein vielfältiges Forschungsumfeld fördert und zur Standardisierung des Austauschs von Forschungsdaten beiträgt.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Internationaler Bezug
Schweiz
Projekte
- Informationsdynamik von stark wechselwirkenden Bosonen (Antragsteller Weitenberg, Christof )
- Kombination von NQS und Quantensimulation: Hybridalgorithmen für die Dynamik zweidimensionaler Quantenmaterie (Antragstellerinnen / Antragsteller Bohrdt, Annabelle ; Schmitt, Markus )
- Koordinationsfonds (Antragsteller Schmitt, Markus )
- Maschinelles Lernen für qutritbasiertes Quantencomputing und -simulationen mit Rydberg-Atomen (Antragstellerinnen Aidelsburger, Monika ; Bohrdt, Annabelle )
- Optimales Auslesen von Quantensimulatoren (Antragstellerinnen / Antragsteller Aidelsburger, Monika ; Gärttner, Martin ; Weitenberg, Christof )
- Rückkopplungssteuerung überwachter Quantendynamik erlernen (Antragsteller Bukov, Marin ; Schmitt, Markus ; Trebst, Simon )
- Verschränkungsmasse mit operationeller Bedeutung (Antragsteller Renner, Renato )
- Wellenfunktionsnetzwerke für korrelierte Quantenmaterie (Antragsteller Heyl, Markus Philip Ludwig )
Sprecher
Dr. Markus Schmitt
