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FOR 5949:  Epistemologie des Göttlichen. Auf der Suche nach den religiösen Denkstrukturen des Alten Palästina/Israel

Fachliche Zuordnung Geisteswissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 554535105
 
Ziel der Forschergruppe ist es, eine historische Epistemologie religiösen Denkens im alten Palästina/Israel des 1. Jahrtausends v. Chr. zu entwerfen. Wir untersuchen die Wissenskonstruktionen über das Göttliche und die ihnen zugrunde liegenden Denkstrukturen in ihren jeweiligen Kontexten. Wir wollen einen Beitrag zu einer umfassenden Perspektive auf das religiöse Denken der Gesellschaften des 1. Jt. v.Chr in Israel/Palästina leisten, der die alttestamentlichen Schriften, außerbiblische Texte sowie die materiellen Quellen als externe Repräsentationen des religiösen Denkens und Handelns einbezieht. Auf dieser Quellenbasis zielt unser interdisziplinärer Ansatz (der Instrumente der Digital Humanities mit einschließt) darauf ab, antike religiöse Agencies, sozio-epistemische Gemeinschaften, Zentren und Netzwerke zu identifizieren und zu rekonstruieren sowie deren Rahmenbedingungen, regionale und sozio-historische Kontexte, Dynamiken und Ideen zu analysieren und zu profilieren. Unser übergeordnetes Ziel ist es, die vielfältigen Formen zu verstehen, in denen die Epistemologie des Göttlichen und die ihr zugrunde liegenden Denkstrukturen in sprachlichen und materiellen Äußerungen kodiert sind und ob und wie diese Denkstrukturen mithilfe der epistemischen Kategorien von Raum und Zeit, Legitimität und Validität, Standardisierung und Negation fassbar und erklärbar werden. Ein Projekt untersucht die Wissenskonstruktionen und monistischen Denkstrukturen des "Einen" im Alten Testament, die zu Monolatrie und Monotheismus führen, ein Projekt untersucht die Denkstrukturen, die sich in sprachlichen Äußerungen über die Frage nach der Erkennbarkeit JHWHs widerspiegeln, ein Projekt verfolgt die Wissenskonstruktionen und Denkstrukturen des Göttlichen, wie sie in ikonographischen Äußerungen zum Ausdruck kommen, und das Projekt analysiert die Wissenskonstruktionen und Denkstrukturen des Göttlichen, wie sie sich in der religiösen Architektur und den kultischen Ensembles Palästinas/Israels in regionaler Vielfalt zeigen. Indem wir uns mit der Genese und Dynamik von Wissenskonstruktionen über das Göttliche befassen, leisten wir nicht nur einen Beitrag zur Wissensgeschichte der Vormoderne und zur (Re-)Konstruktion der dahinterstehenden Denkstrukturen, sondern werden auch der gegenwärtigen Forschung konzeptionelle Alternativen an die Hand geben, die aktuelle Debatten des interreligiösen Dialogs und der komparativen Theologie maßgeblich verändern können.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Internationaler Bezug Brasilien, Israel

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