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TRR 36:  Grundlagen und Anwendung adoptiver T-Zelltherapie

Fachliche Zuordnung Medizin
Biologie
Förderung Förderung von 2006 bis 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 16707101
 
Krebs gehört zu den schwerwiegendsten Gesundheitsproblemen. Wenn klassische Behandlungsmethoden (Chemotherapie, Strahlentherapie, Chirurgie) versagen, gibt es kaum kurative Therapien. Obwohl verhältnismäßig selten, sind virale Erkrankungen und virusassoziierte Krebsarten, die in immundefizienten Patienten auftreten, ebenfalls schwierig zu behandeln. Daher besteht ein starkes Interesse, das Immunsystem zu nutzen, um Krebs und Infektionen zu bekämpfen. Kürzlich haben einige Studien den Weg für eine erfolgreiche Immuntherapie bereitet.
Der adoptive Transfer von virusspezifischen T-Zellen hat in der Mehrzahl der Patienten virale Immunität rekonstituiert. Des Weiteren zeigten allogene T-Zellen, die im Verlauf einer Knochenmarksstammzell-Transplantation transferiert wurden, trotz häufig auftretender Nebenwirkungen eine starke anti-leukämische Aktivität. Da jedoch die adoptive T-Zelltherapie schwer durchzuführen und arbeitsaufwändig ist, ist es im Vergleich zu antikörper- oder vakzinbasierenden Therapien die am wenigsten erforschte Form der Immuntherapie.
Neue Technologien, um antigenspezifische T-Zellen leichter zu generieren, die Verfügbarkeit einer großen Auswahl potenzieller Ziel-Antigene und ein besseres Verständnis von Immunregulation und Toleranzmechanismen rechtfertigen eine eingehende Analyse der adoptiven T-Zelltherapie.
Daher konzentriert sich diese Initiative auf adoptive T-Zelltherapie bei viralen Erkrankungen und Krebs. Zu diesem Zweck wurden Wissenschaftler aus Berlin und München mit Expertise in der immunologischen Grundlagen- und klinischen Forschung, Molekularbiologie, Virologie und der Erfahrung mit innovativen klinischen Versuchen ausgewählt.
Im Rahmen dieses bundesweit einmaligen Vorhabens sollen experimentelle Systeme entwickelt werden, um hoch effektive T-Zellen gegen eine Vielzahl krebsassoziierter Antigene zu generieren.
Parallel dazu wird die Gruppe Bedingungen identifizieren, die die beste Wirksamkeit adoptiv transferierter T-Zellen bezüglich Überlebensdauer, Migration und Funktion garantieren. Dies soll zunächst in experimentellen Krebsmodellen und später in klinischen Versuchen bei Patienten mit Viruserkrankungen oder Krebs getestet werden. Langfristiges Ziel ist die Verfügbarkeit routinemäßig einsetzbarer Reagenzien, die es erlauben sollen, innerhalb einer Woche ausreichende Mengen humaner T-Zellen mit beliebiger Spezifität für den klinischen Einsatz herzustellen.
DFG-Verfahren Transregios

Abgeschlossene Projekte

Antragstellende Institution Gemeinsam FU Berlin und HU Berlin durch:
Charité - Universitätsmedizin Berlin
 
 

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