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FOR 742:  Grammatik und Verarbeitung verbaler Argumente

Fachliche Zuordnung Geisteswissenschaften
Förderung Förderung von 2006 bis 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 22381922
 
Die Forschergruppe vereint Grammatiktheoretiker, Sprachtypologen und Psycholinguisten bei Untersuchungen zum Kern der Grammatik: der Beziehung von Verb und Argument. Die Forschungen erstrecken sich von der Argumentstruktur im Lexikon (die die Zahl und Art der thematischen Rollen eines Verbs festlegt) über die Argumentrealisierung in der Syntax (d.h. die Zuordnung von thematischen Rollen zu grammatischen Funktionen wie Subjekt und Objekt) und die Argumentkodierung in der Morphologie (also der Sichtbarmachung von grammatischen Funktionen mithilfe von Kasus oder Kongruenz) bis zur Argumentinterpretation in der Semantik. Eine wesentliche Rolle spielen dabei in allen vier Bereichen Prominenzskalen (Belebtheit, Definitheit, Person, Kasus, usw.).
Die Forschungen sämtlicher Teilprojekte sind primär grundlagenorientiert. Die Untersuchungen zu einzelnen empirischen Phänomenen werden sowohl aus typologischer als auch aus grammatiktheoretischer Perspektive anhand einer Vielzahl von Sprachen durchgeführt: Der Schwerpunkt liegt durchweg ebenso sehr auf Detailstudien der Grammatik verbaler Argumente von Einzelsprachen (darunter u.a. Russisch, Weißrussisch, Belharisch, Dumi, Tschechisch, Slowenisch, Tlapanec, Southern Tiwa, Menomini, Sierra Popolua, Mandarin-Chinesisch, Hindi, Archi, Tschetschenisch, Diary, Kambera und nicht zuletzt auch Deutsch) wie auf großangelegten Sprachvergleichen bezüglich einzelner Phänomene. Die Ergebnisse werden systematisch durch psycholinguistische Studien (EEG-basierte EKP (ereigniskorrelierte Potentiale)-Studien und andere experimentelle Verfahren) flankiert und überprüft. Die so resultierende Dreifach-Perspektive (Grammatiktheorie, Typologie, Psycholinguistik) auf einen eng umgrenzten, zentralen Bereich der Sprache ist in dieser Form neu.
Wie die im ersten Jahr der Laufzeit der Forschergruppe erreichten Ergebnisse zeigen, können durch diese Vorgehensweise deutliche Synergieeffekte erzielt werden; offene Fragen der einen Perspektive können durch die Einbeziehung der Evidenz aus einer anderen Perspektive beantwortet werden. Der Erfolg einer derartigen Unternehmung kann nur bei einer genuin interdisziplinären Vorgehensweise sichergestellt werden. Grundlage hierfür ist eine besondere, in Deutschland einzigartige Option für die Sprachwissenschaft in Leipzig: Die Forschergruppe wird gemeinsam getragen von der Universität Leipzig, vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie und vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Internationaler Bezug Schweiz

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