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SFB 1328:  Adeninnukleotide in Immunität und Entzündung

Fachliche Zuordnung Biologie
Chemie
Medizin
Förderung Förderung seit 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 335447717
 
Extrazelluläre und intrazelluläre Adeninnukleotide (AN) beeinflussen alle zentralen Prozesse in Biologie und Medizin. AN sind essentielle und ubiquitär vorkommende Signalmoleküle, die an der Regulierung universeller zellulärer Prozesse beteiligt sind, darunter die Zell-Zell-Kommunikation und die intrazelluläre Signalübertragung. Das zentrale Ziel des SFB1328 ist es, das Verständnis der regulatorischen Rolle von AN bei entzündlichen Erkrankungen zu verbessern. Spezifische Ziele beziehen sich auf (i) die Modulation des Gleichgewichts zwischen pro- und antiinflammatorischen Prozessen durch AN-konvertierende Ektonukleotidasen und purinerge Rezeptoren und auf (ii) AN-gesteuerte intrazelluläre Ca2+-Signalübertragung und Signalwege von 3',5'-cyclischem Adenosinmonophosphat (cAMP) bei Entzündungen. In der zweiten Förderperiode konzentrierten wir uns auf die räumliche und zeitliche Wirkung von AN während Entzündungen, die AN-regulierte Wechselwirkung zwischen Entzündungs- und Stromazellen und wandten neu identifizierte und/oder validierte Verbindungen oder molekulare Zielstrukturen in ausgewählten Krankheitsmodellen an. Das Gefahrenmolekül ATP erhöht die Migrationsgeschwindigkeit dendritischer Zellen. Die Projekte A06, A16, A20 und A21 zeigten dabei die Bedeutung der β3-Untereinheit spannungsgesteuerter Ca2+-Kanäle. Ein weiterer wichtiger Durchbruch wurde durch die Zusammenarbeit der Projekte A01, A02, A03, A04 und A21 ermöglicht, die MASTER-NAADP entwickelten und validierten, einen membrangängigen, stabilisierten, bioreversibel geschützten Vorläufer von Nikotinsäureadenindinucleotidphosphat (NAADP). Die Projekte A01, A02, A03, A04, A06 und A11 entdeckten, dass die NAADP-Signalübertragung in T-Zellen die Integration von TCR/CD28-unabhängigen und -abhängigen lokalen Signalen erfordert, die auf der Ebene der dualen NADPH-Oxidase 2 integriert werden. In den Projekten A09, A10 und A11 wurde entdeckt, dass die verstärkte Expression des thermogenen Programms in gesunden Adipozyten durch Inosin vermittelt wird und dass EPAC1 ein zentraler Regulator der thermogenen Fettmasse und damit ein neues therapeutisches Ziel ist. Darüber hinaus organisierten die PIs Kongresse auf dem Gebiet der AN, z. B. die von Andreas Guse im August 2024 organisierte FASEB SRC on ‘NAD Metabolism and Signaling 2024’ oder den ‚World Congress on Purines 2025’, der von Christian Lohr und Christa Müller mitorganisiert wurde. Insgesamt konnten viele weiße Flecken auf der Landkarte der AN-Biologie und -Pathophysiologie erschlossen werden, sodass als übergeordnete Ziele für die 3. Förderperiode folgende Punkte festgelegt wurden: (i) die Entwicklung einer ganzheitlichen Sichtweise auf die AN-Biologie und -Pathophysiologie, sowie (ii) die Anwendung der neuen medikamentösen Ansatzpunkte auf Entzündungen. Letzteres wird durch ein hoch engagiertes Kernteam aus Hamburg ermöglicht, das durch hervorragende Kolleg:innen aus Bonn, Göttingen, München und Heidelberg verstärkt wird.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche

Laufende Projekte

Antragstellende Institution Universität Hamburg
 
 

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