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SFB 1192:  Immunvermittelte glomeruläre Erkrankungen - Grundlegende Konzepte und klinische Konsequenzen -

Fachliche Zuordnung Medizin
Förderung Förderung seit 2016
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 264599542
 
Immunvermittelte glomeruläre Erkrankungen (Glomerulonephritiden, GN) sind weltweit eine wichtige und ständig zunehmende Ursache für Nierenerkrankungen und gehen mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität einher. Grundlegend für jede Form von GN ist eine pathogene Immunreaktion gegen renale Autoantigene oder die lokalen Manifestationen einer systemischen Autoimmunität in der Niere, die zu glomerulären Schädigungen, Proteinurie und einem Rückgang der Nierenfunktion führt. Die derzeitigen therapeutischen Strategien zielen in der Regel auf eine unspezifische Unterdrückung des Immunsystems ab, können die Krankheit jedoch oft nicht aufhalten und sind häufig mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Wir haben den Sonderforschungsbereich 1192 eingerichtet, um immunvermittelte glomeruläre Erkrankungen auf molekularer, zellulärer, systemischer und individueller Ebene zu erforschen, um die translationale Lücke zwischen experimentellen Studien und verbesserten Patiententherapien innerhalb der 12-jährigen Förderungsperspektive und darüber hinaus zu schließen. In den vergangenen acht Jahren hat dieser SFB das Verständnis immunvermittelter glomerulärer Erkrankungen wie der membranösen Nephropathie (MN), der rasch progressiven GN, der fokal segmentalen Glomerulosklerose (FSGS) und komplementvermittelten glomerulären Erkrankung vertieft. Darüber hinaus wurde auf der Grundlage der MN ein erster Entwurf dafür erstellt, wie man Translationskreise schließen kann. Von der Entdeckung neuer MN-Antigene über die Entwicklung zuverlässiger MN-Tiermodelle und den Nachweis der Pathogenität von MN-Autoantikörpern bis hin zur Etablierung von Autoantikörper- gesteuerten klinischen Arbeitsabläufen und der Anpassung der internationalen klinischen Leitlinien hat dieser SFB die Patientenergebnisse und die Sicherheit bei MN als häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms bei Erwachsenen verbessert. Unserem übergeordneten Ziel folgend, ein hochgradig aufgelöstes mechanistisches Verständnis als Grundlage für eine individualisierte Risikovorhersage, Prävention, Diagnose und Behandlung immunvermittelter glomerulärer Erkrankungen zu vertiefen, wird dieser SFB weiterhin führende Experten in klinischer und experimenteller Nephrologie, Nephropathologie, Immunologie, digitaler Wissenschaft und maschinellem Lernen zusammenbringen. Darüber hinaus wird die CRC KIDNEY RESEARCH ACADEMY (RISE) die konsequente Schulung, Ausbildung, Karrierebeschleunigung und Einbeziehung von aufstrebenden und vielfältigen Nierenforschern sicherstellen. In Kombination mit dem Hamburg Glomerulonephritis Register, neuen technologischen Plattformen und experimentellen Modellsystemen wird der SFB 1192 ein internationaler Katalysator für pathogenese-basierte Behandlungsansätze auf dem Gebiet der immunvermittelten glomerulären Erkrankungen bleiben.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

Antragstellende Institution Universität Hamburg
Sprecher Professor Dr. Tobias B. Huber, seit 1/2024; Professor Dr. Ulf Panzer, bis 12/2023
 
 

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