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SFB 1265:  Re-Figuration von Räumen

Fachliche Zuordnung Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Bauwesen und Architektur
Geisteswissenschaften
Geowissenschaften
Förderung Förderung seit 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 290045248
 
Der Sonderforschungsbereich rückt die bislang vernachlässigte Rolle des Raums für den Prozess sozialen Wandels in den Mittelpunkt und untersucht die Um- und Neuordnung von Gesellschaft als Refiguration von Räumen. Die empirische Arbeit richtet sich auf die grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen seit den 1960er Jahren, die durch digitale Kommunikationstechnologien, Umbrüche der kapitalistischen Wirtschaftsweise, ökologische Krisen und nicht zuletzt durch Neuordnungen der politischen Geographie geprägt sind. In den ersten beiden Förderphasen hat es sich bewährt, von Refiguration im Singular zu sprechen, da wesentliche Aspekte des räumlich-sozialen Wandels nur als global vernetzt verstanden werden können. Empirisch manifestieren sie sich in Form neuer Figurationen und Raumanordnungen. In der ersten Förderphase fokussierte der SFB auf die Erarbeitung theoretischer Grundlagen, die es erlauben, die qualitativen Merkmale neuer Raumanordnungen und ihrer prozessualen Herstellung zu beschreiben. Analytisch wurden vier Raumfiguren mit unterschiedlichen räumlichen Handlungslogiken und Ordnungsmustern identifiziert: Territorialraum, Netzwerkraum, Bahnenraum und Ort. Die zentrale Erkenntnis der ersten Phase war, dass Refiguration nur als Folge von Verbindungen, Spannungen und Konflikten zwischen den verschiedenen Raumfiguren zu verstehen ist. In der zweiten Förderphase wurden die Raumfiguren konzeptionell zu topologischen Idealtypen weiterentwickelt und durch empirisch fundierte topographische Raumfiguren ergänzt. Durch eine konflikttheoretische Spezifizierung der empirischen Befunde konnte der SFB detailliert herausarbeiten, inwiefern sich viele gesellschaftliche Konfliktlagen auf Spannungen zwischen den Handlungslogiken der Raumfiguren zurückführen lassen. Varianten der Refiguration zeigten sich in divergierenden Bearbeitungsstrategien und Wissensordnungen sowie in sich verfestigenden Raumabhängigkeiten und Machtkonstellationen. Die beobachteten Raumdynamiken wurden zu drei thematischen Konfliktfeldern verdichtet: "Grenzen der Pluralisierung", "Politiken der Infrastrukturierung" und "Brüche der Ökologisierung". In der dritten Förderphase wird der SFB die empirischen Befunde zu einer Theorie der Refiguration synthetisieren, um daraus sowohl gesellschaftsdiagnostische Aussagen als auch Konsequenzen für Architektur und Stadtplanung abzuleiten. Die Forschungsarbeit gliedert sich weiterhin in die Projektbereiche "Raumwissen", "Räume digitaler Mediatisierung" und "Zirkulation und Ordnung", die über den Figurationsbegriff zusammengeführt werden. Die empirische Fundierung der vier topologischen Raumfiguren soll die Basis für ein Modell zur Erklärung räumlicher Refigurationsprozesse bilden, zu dessen Überprüfung auch "abweichende Fälle" herangezogen werden. Längs- und Querschnittsanalysen ermöglichen eine Systematisierung von Varianten der Refiguration. Auf diese Weise wird die empirisch fundierte Theorie der Refiguration abschließend ausformuliert.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche

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Antragstellende Institution Technische Universität Berlin
 
 

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