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TRR 228:  Zukunft im ländlichen Afrika: Zukunft-Machen und sozial-ökologische Transformation

Fachliche Zuordnung Geowissenschaften
Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin
Biologie
Geisteswissenschaften
Medizin
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Förderung Förderung seit 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 328966760
 
Der Sonderforschungsbereich hat zum Ziel, afrikanische Zukünfte und ihre Gestaltung zu verstehen, indem Landnutzungswandel und sozial-ökologische Transformationen in ländlichen Gebieten in Kenia, Tansania und Namibia untersucht werden. Der konzeptionelle Rahmen konzentriert sich auf „Zukunft-Machen“ als Kombination von Vorstellungen, Narrativen und sozialen Praktiken, die zukünftige Bedingungen durch gegenwärtiges Handeln gestalten und in folgender Schlüsselfrage münden: Wie werden afrikanische ländliche Zukünfte „gemacht“, von wem und für wen? Die Frage zielt auf die Handlungskraft, die Antriebe und die Folgen gegenwärtigen Zukunft-Machens. Dazu gehören das Verhältnis von Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten, unterschiedlichen Zeitvorstellungen, und die Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Akteuren um wünschenswerte Zukünfte. Während der drei Förderphasen folgt das Forschungsprogramm des SFB einem übergeordneten konzeptionellen Rahmen, während der empirische Fokus der beteiligten Projekte mit dem sukzessiven Erkenntnisfortschritt und der Formulierung zusätzlicher Leitfragen allmählich breiter wurde. Dementsprechend entwickelten sich die Aktivitäten des SFB schrittweise: In der ersten Phase konzentrierten sie sich auf Grundlagenforschung, konzeptionelle Rahmungen und den Aufbau verlässlicher Partnerschaften, in der zweiten Phase auf vertiefte Verbundforschung und in der vorgeschlagenen dritten Phase auf die Konsolidierung und Synthese der Ergebnisse sowie auf einen verstärkten Politikdialog und Öffentlichkeitsarbeit, einschließlich eines Ausstellungsprojekts. In der ersten Phase konzentrierten sich unsere Studien auf Naturschutz und Intensivierung als dominante Formen großflächiger Landnutzungsänderungen im subsaharischen Afrika. Das Forschungsprogramm der zweiten Phase ging von der Beobachtung aus, dass Landnutzungsänderungen in hohem Maße durch Infrastrukturen wie Straßen, Schienen, Dämme, Stromleitungen oder Zäune vorangetrieben werden. Planung, Verhandlung und Bau von materiellen Infrastrukturen wurden entsprechend in den Untersuchungsrahmen mit aufgenommen. Die dritte Phase wird auf den jüngsten Erkenntnissen des Verbunds aufbauen, die gezeigt haben, dass die Prozesse der Landnutzungsänderung und der Infrastrukturentwicklung stark von globalisierten Finanzströmen, internationalen Investoren, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen auf verschiedenen Skalen und sich verändernden internationalen Allianzen beeinflusst werden. Gleichzeitig gewinnen auch staatlich finanzierte Einkommen in vielen ländlichen Gebieten an Bedeutung. Das Forschungskonzept für die dritte Phase berücksichtigt diese globalen und nationalen Einflüsse, indem es Finanzierungprozesse und -strukturen als Grundlage für eine übergreifende Analyseperspektive in den Vordergrund stellt, um die lokale Handlungsmacht verschiedener Akteure und die Determinanten von Naturschutz, landwirtschaftlicher Intensivierung und Infrastrukturentwicklung besser zu verstehen.
DFG-Verfahren Transregios
Internationaler Bezug Kenia, Südafrika, Tansania

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

Mitantragstellende Institution Universität zu Köln
Sprecherinnen / Sprecher Professor Dr. Michael Bollig, von 1/2022 bis 12/2025; Professorin Dr. Britta Klagge; Professor Dr. Detlef Müller-Mahn, bis 12/2021
 
 

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