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SPP 1688:  Ästhetische Eigenzeiten. Zeit und Darstellung in der polychronen Moderne

Fachliche Zuordnung Geisteswissenschaften
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Förderung Förderung von 2013 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 220271541
 
Das Schwerpunktprogramm verfolgt vier übergreifende Forschungsziele. Erstens will es die grundlegende Bedeutung von Darstellungsprozessen für die Erfahrung und Reflexion von Zeit aufzeigen und neue kulturwissenschaftliche Aspekte und Paradigmen der Zeitlichkeit durch die analytische Befragung von Artefakten, ihren formalen Strukturen und ihren Kontexten herausarbeiten. Dabei soll die Bedeutung nicht propositionaler Strukturen für das Zeit-Wissen systematisch akzentuiert und das Konzept der "Ästhetischen Eigenzeiten" als ein Schlüsselkonzept zur Beschreibung epistemischer Formationen im Feld der modernen Zeitkonzepte etabliert werden. Für den engeren Bereich der Künste wird zweitens untersucht, wie die theoretische Reflektion von Zeitstrukturen durch künstlerische Artefakte und die Untersuchung von Zeit und Zeitlichkeit als wesentliche Dimension der Produktion und Rezeption von Kunst aufeinander bezogen werden können, wie also Zeit-Wissen und Zeitlichkeit der Darstellungsform in den unterschiedlichen Künsten zusammenhängen. Drittens zielt das Schwerpunktprogramm auf eine Revision des bestehenden Bildes der Moderne, indem es deren ästhetische Darstellungen auf ihre gesellschaftlichen und insbesondere wissenschaftlich-technologischen Dimensionen bezieht, bisher verborgen gebliebene Elemente moderner Zeitlichkeit herausarbeitet und die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als herausragendes Merkmal einer in sich vielgestaltigen, grundlegend polychronen Moderne beschreibt. Etablierte historische Periodisierungen der Geschichte der kulturellen Moderne sollen hierbei infrage gestellt und neue Konzepte kultureller Verlaufsformen entwickelt werden. Viertens wird die übergreifende theoretische Frage bearbeitet, wie sich Wissen, hier dasjenige über Zeit und Zeitlichkeit, durch formale Strukturen herstellt bzw. welche Rolle Formaspekte für die Etablierung einer wissensgeschichtlich orientierten kulturwissenschaftlichen Fächerpluralität haben. Am Beispiel der Artikulation von Zeitlichkeit durch Form wird dabei die methodische Indikationskraft von künstlerischen und nicht künstlerischen Darstellungsformen bestimmt und die Frage nach der Valenz von Einzelwerken und formaler Gestaltung für die Wissensgeschichte neu gestellt.
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Österreich, Schweiz, USA

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