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SFB 1287:  Die Grenzen der Variabilität in der Sprache: Kognitive, komputationale und grammatische Aspekte

Fachliche Zuordnung Geisteswissenschaften
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Förderung Förderung seit 2017
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 317633480
 
Das Sprachvermögen ist Teil des kognitiven Systems; der Gebrauch der Sprache wird daher durch die kognitiven Grenzen der einzelnen Sprachnutzenden beschränkt. Gleichzeitig ist Sprache ein Werkzeug für Interaktion und Kommunikation und muss flexible, aber effiziente Mechanismen bieten, die es den SprachnutzerInnen ermöglichen, mit einer Vielzahl von GesprächspartnerInnen erfolgreich zu kommunizieren. Das Sprachsystem muss daher auf allen Ebenen ein hohes Maß an Variabilität aufweisen. Wir definieren Variabilität als eine Reihe verschiedener linguistischer Verhaltensweisen, die einem/r einzelnen Sprachnutzer/in, einer Gruppe von SprachnutzerInnen oder in bestimmten Sprachen zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch das Phänomen der Versteckten Variabilität, bei dem identische Oberflächenstrukturen unterschiedliche zugrundeliegende strukturelle Repräsentationen und/oder unterschiedliche semantische Interpretationen aufweisen. Die Variabilität wird durch die Beschränkungen des zugrundeliegenden Sprachsystems sowie durch soziale oder kommunikative Faktoren begrenzt. Diese Grenzen können beobachtet werden, wenn ein sprachliches Verhalten resistent ist gegen Einflüsse von kognitiven Faktoren oder kommunikativen Situationen, Konventionen und Veränderungen zwischen und innerhalb von Sprachen, Sprechergruppen und Individuen. Um die Beschränkungen und den Aufbau des zugrundeliegenden Sprachsystems zu ermitteln, untersucht der SFB 1287 die Grenzen der Variabilität im sprachlichen Verhalten bei unterschiedlichen Typen von Variabilität. Der SFB 1287 ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, an dem Forschende aus der formalen, der Computer- und der Psycholinguistik, der Typologie, der Psychologie, der Germanistik, Romanistik, und Slawistik sowie der Erziehungswissenschaft beteiligt sind. Aufbauend auf unseren empirischen, theoretischen und methodischen Erkenntnissen aus Phase 1 und 2 werden wir unser Verständnis der mentalen Grammatik und der Verarbeitungsarchitektur, die von menschlichen SprachnutzerInnen und Large Language Modellen verwendet wird, vertiefen. In Phase 3 wird der doppelten Natur der Sprache als Teil der biologischen kognitiven Ausstattung des Menschen einerseits und als soziales Kommunikationsmittel andererseits größere Bedeutung beigemessen. Die SFB-Projekte werden sich auf die folgenden Aspekte konzentrieren: (i) außersprachliche Faktoren, die die sprachliche Variabilität aufgrund der biologischen/kognitiven Ausstattung oder aufgrund kommunikativer Konventionen begrenzen; (ii) die Natur und Grenzen der Versteckten Variabilität und wie sie angesichts von Oberflächenidentität erworben werden kann; und (iii) der Transfer in den klinischen Bereich (Rehabilitation von Personen mit Aphasie) und den Bildungsbereich (Verbesserung der Sprachkenntnisse von Kindergartenkindern) sowie die Öffentlichkeitsarbeit in Form eines Citizen Science-Projekts, das die Öffentlichkeit in die Dokumentation der dialektalen Variabilität im Land Brandenburg einbezieht.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

Antragstellende Institution Universität Potsdam
Beteiligte Hochschule Ruhr-Universität Bochum
Sprecherinnen Professorin Dr. Doreen Georgi, seit 10/2022; Professorin Dr. Isabell Wartenburger, bis 10/2022
 
 

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